Wie tickt ein Einbrecher?

Wie tickt ein Einbrecher?




Vor allem in der dunklen Jahreszeit haben es Einbrecher auf das Hab und Gut anderer abgesehen: Weniger Licht verringert die Chancen auf Entdeckung. Aber auch während des Sommers, wenn viele im Urlaub sind, finden verhältnismäßig viele Einbrüche statt. Denn für Einbrecher kommt es darauf an, dass niemand zu Hause ist, wenn sie einsteigen. Wer sich in ihre Denkweisen versetzt, kann sich besser schützen.

Zwei unterschiedliche Einbrecher Typen

Für die Langfinger zählt eins: Beute machen. Dabei wollen sie selbstverständlich nicht erkannt werden und nach dem Prinzip „schnell rein, schnell raus“ wertvolle Gegenstände und Bargeld auf möglichst unauffällige Art entwenden. Das sind aber schon sämtliche Gemeinsamkeiten, die auf alle Einbrecher zutreffen. Nach ihrem Vorgehen unterteilt lassen sich sinnvollerweise zwei recht verschiedene Tätergruppen benennen: Einerseits gibt es die Kurzentschlossenen. Das sind Einbrecher, die eine sich bietende Gelegenheit beim Schopfe greifen. Mit wenig Werkzeug und ohne große Kenntnis der örtlichen Umstände begehen sie ihre Straftat. Andererseits gibt es noch diejenigen, die einen Einbruch erst nach einer längeren Planungs- und Beobachtungsphase durchführen.
Auf die leichte Schulter nehmen sollte man die Bedrohung keinesfalls: Die Zahl der Einbrüche in Deutschland lag offiziellen Zahlen zufolge

  • 2006 bei noch ca. 106.000
  • 2016 schon bei 151.000
Solche Zahlen zeigen deutlich, dass es trotz des Risikos, überführt zu werden, für Einbrecher immer noch sehr attraktiv ist, in fremde Wohnungen einzusteigen.

Gelegenheitstäter

Gelegenheit macht Diebe – und Einbrecher. Spontane Einbrüche verüben Täter, die sich gar nicht erst bemühen, ein Objekt lange auszuspähen oder eine Strategie für ihre Tat auszuhecken. Sie tragen ihr Handwerkszeug, das häufig nur aus einem Schraubenzieher besteht, stets bei sich, und steigen ein, wenn sie die Bewohner für abwesend halten. Den größtmöglichen Ertrag bei geringstem Aufwand zu erzielen, das ist die oberste Maxime dieser Täter.
So erklärt sich auch ihr Vorgehen, das erheblich vom Zufall gelenkt wird: Bemerken Gelegenheitstäter, dass niemand zu Hause ist, zücken sie ihr Werkzeug und hebeln schlecht geschützte Fenster, Haus- oder Balkontüren in Sekundenschnelle auf, durchsuchen für wenige Minuten die Wohnung und sind auch gleich wieder weg. Große Gegenstände werden so nicht gestohlen, sondern vor allem Bargeld, Schmuck und kleine teure Gegenstände.
Kurzentschlossene Einbrecher schlagen normalerweise nicht in wohlhabenden Gegenden mit Villen zu, sondern in Reihenhaussiedlungen und Mehrfamilienhäusern.

Der Grund: Teure Immobilien sind gesichert durch:

  • Alarmanlagen
  • Videoüberwachung
  • hochwertige Tore, Türen und Fenster
Das sind alles Hürden, die der Kurzentschlossene nicht nehmen will und mit seinen beschränkten Mitteln (dem Schraubenzieher, höchstens einem Stemmeisen) auch gar nicht nehmen könnte.

Deswegen ist die Abschreckung solcher Täter der beste Schutz: Mechanische Sicherheitstechnik und eine gut sichtbare Überwachungskamera reichen schon aus, dass die Täter gar nicht erst zuschlagen oder schnell entnervt aufgeben. Sie suchen sich lieber leichtere Opfer.
Bewohner sollten darauf achten, dass wirklich alle Fenster und Türen gesichert sind. Das betrifft auch die oft vergessenen Lichtschächte, Kellerfenster, die Fenster in oberen Stockwerken, Garagentore und Durchgangstüren ins Haus. Selbstverständlich darf auch kein Fenster gekippt bleiben bei Abwesenheit. Schlüssel für den Notfall haben in Verstecken (unter der Fußmatte, im Gartenzwerg) nichts zu suchen. Diese sind beim Nachbarn oder Freunden besser aufgehoben. Abschreckende Wirkung hat eine Überwachungskamera dann, wenn sie an prominenter Stelle platziert wird. Lichtscheues Gesindel ist auch kamerascheu.

Von langer Hand geplant

Der zweite Typ von Einbrechern lässt sich nicht ganz so leicht abschrecken. Eine lange Planung, professionelles Werkzeug und viel Geduld beim Ausspähen der Objekte gehören zu seinem Vorgehen. Einfache Lösungen wie ein elektronisch gesteuertes An- und Ausschalten des Lichts in verschiedenen Zimmern können solche Täter nicht verwirren: Sie erstellen detaillierte Listen der Bewohner und ihrer Tagesabläufe, zum Teil sogar der Nachbarn ihrer möglichen Opfer. Denn auch für planende Profis gilt, dass sie keinesfalls auf frischer Tat ertappt werden wollen. Die direkte Konfrontation vermeiden alle Einbrecher.
Bis zum Entschluss, wirklich zuzuschlagen, wägen die Profis ab, wie groß der Aufwand und das Risiko im Verhältnis zur möglichen Beute sind. Typische Schwachstellen der Gebäude kennen sie genauso gut wie mechanische und elektronische Sicherheitstechnik. Einen hundertprozentigen Schutz vor solchen Tätern gibt es leider nicht. Man kann nur versuchen, ihnen den Einbruch so unattraktiv und schwer wie möglich zu machen sowie die Chancen einer Aufklärung im Nachhinein zu verbessern.

Zusätzlich zu den oben bereits beschriebenen Sicherheitsmaßnahmen empfiehlt sich die Installation einer Alarmanlage und einer Videoüberwachung, die auch aus getarnten Kameras besteht. Die Idee dabei ist, dass ein Profi zwar versuchen könnte, Kameras zu manipulieren, von denen er weiß, aber nicht solche, die ihm verborgen sind. Eine moderne Netzwerkkamera kann dabei selbst als Alarmanlage fungieren. Intelligente Bildanalysen wie die Bewegungs-, Geräusch- und Eindringlingserkennung lösen einen akustischen und / oder stillen Alarm aus. Je schneller die Polizei nach einem solchen Alarm vor Ort ist, desto weniger Zeit bleibt einem Täter für seinen Beutezug. Nicht zuletzt bei der Ermittlung eines Flüchtigen sind die Kamerabilder eine wertvolle Hilfe.

Fazit

Hundertprozentige Sicherheit kann es leider nicht geben. Mit ein paar einfachen Maßnahmen ist es aber möglich, die Wahrscheinlichkeit für einen Einbruch erheblich zu senken:

Mechanische Sicherheitstechnik auf hohem Niveau hilft, Gelegenheitstätern das Handwerk zu legen. Dazu gehören abschließbare Fenster und Balkontüren sowie starke Türverriegelungen.
Offene und gekippte Fenster sowie draußen gelagerte Schlüssel sind eine Einladung für Einbrecher und sollten daher unbedingt vermieden werden.
Gut ausgestattete Überwachungskameras mit intelligenten Alarmfunktionen schrecken ab, vertreiben Gelegenheitstäter und verkürzen die Zeit, die ein Einbrecher in einem Objekt verbringt. Getarnte Videoüberwachung erhöht die Sicherheit zusätzlich dadurch, dass sie vom Täter nicht gezielt zerstört werden kann.
Ist man dann doch einmal zum Opfer eines Einbruchs geworden, hat man mit den Videobildern wenigstens noch Beweise in der Hand, die zur Überführung der Täter führen können.


Wenn Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, dann kontaktieren Sie uns telefonisch oder über unser Kontaktformular.

Wir beraten Sie gerne!