Kameraatrappe sinnvoll?

Ist eine Kamera Attrappe sinnvoll?

Abhängig von der Ausstattung kosten qualitativ hochwertige Überwachungskameras Summen, die Anwendern für gewisse Zwecke zu hoch sein können. Die Überlegung lautet dann, statt einer echten Kamera eine Kamera Attrappe zu kaufen. Solche Kamera-Dummys leisten in puncto Abschreckung von Einbrechern dasselbe, was auch richtige Kamera leisten – unter bestimmten Voraussetzungen.

Günstige Abschreckung von Straftätern

Einbrecher gehen immer den Weg des geringsten Widerstands. Stehen sie vor der Wahl, entweder in ein Gebäude ohne elektronische Sicherheitstechnik oder eines mit solchen Sicherungsmaßnahmen einzubrechen, wählen sie folglich immer das leichtere Ziel. Das gilt vor allem für spontan handelnde Gelegenheitstäter, die ohne große Planung in Häuser und Wohnungen einsteigen. Keine Kameras und Alarmanlagen überwinden zu müssen bedeutet für sie einen leichteren Einbruch. Denn es drohen weder zeitnahe Entdeckung noch Aufnahmen, auf denen sie später identifiziert werden könnten.
Auf genau solche Tätergruppen können Attrappen abschreckend wirken, wenn es sich um gut gemachte Nachbildungen echter Kameras handelt. Täuschend echte Imitate sind zwar nicht für fünf Euro zu haben, kosten aber immer noch weniger als funktionsfähige Kameras. Mit vergleichsweise geringen Investitionen lassen sich damit auch größere Grundstücke lückenlos mit einer vorgetäuschten Videoüberwachung abdecken.

Wichtig: Weil Überwachungskameras und Attrappen weder auf den ersten noch den zweiten Blick voneinander zu unterscheiden sind, gelten für beide dieselben gesetzlichen Vorgaben, was die Überwachung von öffentlichen Wegen und fremden Grundstücken durch Privatpersonen angeht: Sie ist verboten. Denn das individuelle Gefühl, überwacht zu werden, geht vom Dummy einer Überwachungskamera ebenso aus wie von einer richtigen Kamera. Die Wirksamkeit von Kamera-Attrappen als Abschreckungsinstrument ist also zweifellos gegeben.
Attrappen müssen daher so installiert werden, dass sie nicht den Eindruck erwecken, öffentliche Wege oder das Grundstück des Nachbarn zu erfassen. Sie sollten aber selbstverständlich gut sichtbar für jedermann sein, denn eine über die Abschreckung hinausgehende Schutzwirkung haben Dummys nicht. Die Montage von Attrappen sollte demnach genauso sorgfältig geplant und ausgeführt werden wie bei richtigen Kameras.

Was Dummy-Kameras nicht können

Der Einsatzzweck vor allem von modernen Netzwerkkameras besteht nicht nur in Abschreckung. Ihre smarten Funktionen wie Bewegungsmelder, Einbruchserkennung, Diebstahlsicherung und diverse Benachrichtigungs- sowie Alarmfunktionen erweitern den Funktionsumfang erheblich. Steigt tatsächlich mal jemand ein, zerschlägt jemand ein Fenster oder betritt er nur unerlaubt das Grundstück, lösen intelligente Kamerafunktionen bereits Aktionen aus, die das Potenzial haben, einen Angriff im Keim zu ersticken. Dank schnell versandter Benachrichtigungen können sofortige Gegenmaßnahmen ergriffen werden und ein lauter Alarm schlägt den Täter in die Flucht. Vielfältige Konfigurationseinstellungen verhindern Fehlalarme. Der höhere Preis guter Sicherheitskameras erklärt sich also durch die viel höhere Schutzwirkung und den großen Funktionsumfang.
Außer der Abschreckung kann eine Attrappe keinen dieser Zwecke erfüllen. Insbesondere aber nehmen Attrappen keine Bilder auf. Im Fall der Fälle hat man nach einem Einbruch also keinerlei Bildmaterial in der Hand, mit dem man Täter identifizieren könnte. Ebenso lassen sich weder die Angriffswege noch die Anzahl der Täter oder ihr eingesetztes Werkzeug nachweisen. Das sind alles relevante Informationen, auf die man verzichtet, wenn man Dummy-Kameras einsetzt.

Worauf man beim Kauf einer Kamera Attrappe achten sollte

Wenn man sparen will, dann sollte man keinesfalls zu den allergünstigsten Kamera-Attrappen greifen – das wäre zum Fenster rausgeworfenes Geld. Denn selbst Gelegenheitstäter sind in der Lage, schlecht gemachte Nachbildungen zu erkennen. Sie freuen sich, wenn sie so eine Attrappe erblicken, denn dann können sie erst recht beruhigt einsteigen. Gute Attrappen sind nur solche, bei denen von außen betrachtet keinerlei Möglichkeit besteht, sie als Dummy zu identifizieren.

Daher sollte man auch unbedingt ein Modell wählen, das zum jeweiligen Installationsort passt. Eine Kamera für den Außenbereich muss genauso wetterfest sein wie das Original. Beschlagene Objektive, verrostete Gehäuse oder gar billigstes Plastik signalisieren selbst Laien, dass es sich nicht um eine funktionstüchtige Kamera handeln kann, und Profis erkennen den Fake sofort.

Mit dem richtigen Gehäuse allein ist es aber nicht getan: Die Halterung muss ebenso professionell gefertigt sein, denn keine echte Kamera hängt an einem wackligen Doppelklebeband oder einem dünnen Plastikarm. Den Eindruck von Echtheit unterstützt abhängig von der Installationsart auch ein Kabel, das die Datenübertragung oder Stromversorgung nachahmt.

Außerdem arbeiten echte Nachtsichtkameras häufig mit LEDs, die bei Dunkelheit sehr dezent schimmernd zu sehen sind. Weil Attrappen in der Dunkelheit sonst gar nicht zu erkennen wären und also keinerlei abschreckende Wirkung erzielen könnten, sind Modelle mit LEDs empfehlenswert. Die Stromversorgung erfolgt dann mit Batterien, die regelmäßig gewechselt werden müssen, oder per Akku (bei manchen Geräten mit Solarpanel).

Dummys, die sich permanent bewegen und dabei Geräusche machen oder ständig wild blinken, sind ein netter Party-Gag, aber keine ernst zu nehmenden Alternativen für echte Sicherheitstechnik.

Wer in Erwägung zieht, eine Kamera Attrappe zu kaufen, sollte sich also bewusst machen, dass es auf den Gesamteindruck ankommt: Es zählen ein hochwertiges Gehäuse, die professionelle Installation und passende Peripherie. Klarerweise ist das nicht mit den billigsten Angeboten zu realisieren.

Das Für und Wider

Für die Anschaffung von Attrappen spricht ihr niedrigerer Preis, durch den sich sogar großflächige Überwachungsaufgaben günstig simulieren lassen. Dabei ist zu beachten, dass auch für Attrappen gewisse Qualitätsstandards eingehalten werden müssen, wenn die abschreckende Wirkung tatsächlich erzielt werden soll. Dadurch sind die billigsten Modelle ausgeschlossen.
Gegen Attrappen spricht, dass man mit ihnen auf alle weiteren Vorteile von echten Überwachungskameras verzichtet. Setzt man die Preise und die gebotene Leistung ins Verhältnis, sind Attrappen also weder besser noch schlechter als richtige Kameras: Man zahlt weniger und bekommt weniger. Zieht man nun noch in Betracht, dass auch smarte Netzwerkkameras heutzutage nicht mehr die Welt kosten und günstig mit einer lokalen Speichermöglichkeit betrieben werden können, ist für viele Bereiche die Anschaffung einer richtigen Kamera die bessere Lösung.
Es spricht auch nichts gegen eine Mischung: Eine funktionstüchtige Überwachungsanlage kann durch Dummys ergänzt werden und so eine noch bessere Abschreckungsleistung bewirken. Man sollte es damit aber nicht übertreiben. Der Eindruck einer seriösen Gesamtlösung bleibt entscheidend.

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